Zwickau geht auf Zeitreise: Historisches Markttreiben am 12. und 13. September

veröffentlicht am: 26.08.2026

Das Kulturamt informiert:

Mehr als 900 Jahre Stadtgeschichte an einem Wochenende: Beim Historischen Markttreiben am 12. und 13. September werden Domhof, Hauptmarkt und Kornmarkt zu Schauplätzen vergangener Epochen – mit historischem Handwerk, Musik, Theater, Mitmachangeboten, Kutschfahrten und Stadtführungen.

Frauen und Männer in farbenprächtigen Gewändern und eleganten Kostümen flanieren durch die Straßen, Musiker und Gaukler sorgen für Unterhaltung, Handwerker zeigen ihre Techniken und aus der Ferne kündigt das rhythmische Klappern von Pferdehufen die nächste Kutschfahrt an: Am Samstag, 12. September, und Sonntag, 13. September 2026, verwandelt sich die Zwickauer Innenstadt wieder in eine historische Kulisse.

Jeweils von 11 bis 18 Uhr lädt das Historische Markttreiben unter dem Motto „Zwickau im Wandel der Zeit“ dazu ein, die Geschichte Zwickaus im Stadtzentrum zu erleben. Historische Orte, traditionelles und modernes Handwerk, Musik, Theater, Kleinkunst und Mitmachangebote verbinden sich mit Stadtführungen und Kutschfahrten zu einem Geschichtsbuch unter freiem Himmel. Der Eintritt zum Historischen Markttreiben ist frei.

Mehr als 900 Jahre Stadtgeschichte lassen sich kaum an einem einzigen Ort erzählen. Deshalb erhält jede der drei Veranstaltungsflächen ihren eigenen historischen Schwerpunkt.

Domhof: Zu Gast im Mittelalter

Rund um die Priesterhäuser Zwickau und den Dom St. Marien führt die Zeitreise weit zurück ins Mittelalter und in die frühe Neuzeit. Die historischen Gebäude bilden dafür eine eindrucksvolle Kulisse und machen den Domhof zu einem besonders authentischen Schauplatz des Historischen Markttreibens.

Im Mittelpunkt steht die traditionelle Handwerkskunst. Besucherinnen und Besucher können unter anderem erleben, wie aus Flachs Leinen entsteht, Schnitzern und weiteren Handwerkern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen und historische Techniken kennenlernen. So wird anschaulich, wie und welchen Materialien die Menschen früher gearbeitet haben.

Auch die Priesterhäuser Zwickau selbst sind an beiden Veranstaltungstagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Ergänzend zur Sonderausstellung „ERINNERNS_WERT. Jüdische Spuren in Zwickau“ laden verschiedene Angebote dazu ein, jüdische Geschichte und Kultur näher kennenzulernen. Gäste können beispielsweise ihren Namen in hebräischer Schrift schreiben lassen und mehr über die Bräuche rund um das jüdische Neujahr Rosch ha-Schana erfahren.

Für zusätzliche Atmosphäre sorgen Theater, Musik, Geschichten und Kleinkunst. Ein besonderer Programmpunkt ist das Wandertheater Passelande: Im Innenhof der Priesterhäuser präsentiert es mit „Tamaš und der Mond“ ein Märchen mit Marionetten, Musik und Seiltanz.

Die KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum im ZwischenRAUM öffnen ebenfalls ihre Ausstellungsräume. Vor dem Haus lädt eine historische Druckwerkstatt dazu ein, den Linolschnitt kennenzulernen und selbst auszuprobieren. Ergänzt wird das Angebot durch Führungen durch die Ausstellung sowie am Sonntag durch die Führung „Auf Reisen mit Max Pechstein“.

Historische Architektur, gelebtes Handwerk und kulturelle Vermittlung verbinden sich hier zu einem Streifzug durch vergangene Jahrhunderte.

Hauptmarkt: Zuhause im Biedermeier

Nur wenige Schritte weiter wechselt die Epoche. Die Bürgerhäuser des Hauptmarktes bilden die Kulisse für die Zeit Robert Schumanns und das Biedermeier. 

Kleinkunst und Schauhandwerk, historische Darstellungen und Mitmachangebote lassen den Alltag des 19. Jahrhunderts aufleben. Besucher können unter anderem die Herstellung von Papier kennenlernen, bei Direktvermarktern und Kunsthandwerkern stöbern und sich in historischer Kleidung fotografieren lassen.

Eine besondere Rolle spielt dabei das Robert-Schumann-Haus. An beiden Tagen ist das Museum von 11 bis 18 Uhr geöffnet und bietet ein abwechslungsreiches Programm. 

Am Samstag stehen unter anderem die Vorführung eines Drehorgelklaviers, Einblicke in die Arbeit eines Klavierstimmers, die Grammophon-Vorführung „Schumann auf Schellack“, ein offenes Singen mit Volksliedern sowie Musik am Clara-Wieck-Flügel auf dem Programm. 

Am Sonntag sind erneut Drehorgelklavier und Grammophon zu erleben, außerdem Puppentheater. Zum Abschluss erklingt Musik am Wilhelm-Wieck-Flügel.

Auch Ratsschulbibliothek und Stadtarchiv beteiligen sich mit einem Stand am Historischen Markttreiben. Alte Bilder, Bücher und historische Ansichten machen Zwickaus Vergangenheit sichtbar. Kinder und Erwachsene können selbst Papier schöpfen, historische Gebäude gestalten oder sich in der altdeutschen Schrift versuchen.

Kornmarkt: Industrialisierung, Handwerk und Automobilgeschichte

Auf dem Kornmarkt führt die Zeitreise in das Zeitalter der Industrialisierung und weiter bis in die jüngere Zwickauer Geschichte. Hier rücken vor allem traditionelles und modernes Handwerk sowie die industrielle Entwicklung der Stadt in den Mittelpunkt. Mehrere Innungen geben Einblicke in ihre Arbeit und zeigen, wie sich handwerkliche Techniken über Generationen entwickelt haben.

Mit dabei sind unter anderem die Bauinnung mit historischer Schälmaschine, die Dachdeckerinnung Zwickau, die Schmiedeinnung und die Tischlerinnung. Bei einer Hammerschmiede kann die Arbeit am glühenden Metall beobachtet werden. Die Fritzsch-Bau GmbH lädt zudem dazu ein, Maurerarbeit mit Mörtel selbst auszuprobieren. Historisches Werkzeug und Informationen zu den Berufen des Maurers und Stahlbetonbauers ergänzen das Angebot.

Auch die Zwickauer Automobilgeschichte darf auf dem Kornmarkt nicht fehlen. Das August Horch Museum präsentiert sich mit einem Informationsstand und bringt mit einem Horch 951 sowie einem Trabant P 50 SW II Limousine zwei Fahrzeuge mit, die zugleich beliebte Fotomotive sein dürften.

Erleben, entdecken und unterwegs sein

Auf den drei historischen Schauplätzen gibt es zahlreiche Angebote, die Geschichte auf ganz unterschiedliche Weise erlebbar machen. Ob beim Zuschauen und Mitmachen an den Handwerksständen, bei einer Fahrt mit der historischen Kutsche oder auf einer Stadtführung durch Zwickau – Besucher können die Vergangenheit aus verschiedenen Perspektiven entdecken.

Geigenbau und Schmieden, Buchbinderei und Papierherstellung, Töpfern, Korbflechten und weitere Techniken zeigen, wie vielfältig handwerkliches Können früher war – und bis heute ist. Vieles lässt sich dabei nicht nur beobachten, sondern auch selbst ausprobieren. Besucher können Papier schöpfen, drucken, schreiben und gestalten oder sich an verschiedenen handwerklichen Techniken versuchen. 

Wer die Innenstadt auf besondere Weise erkunden möchte, kann außerdem in eine historische Kutsche steigen. Am Samstag und Sonntag starten stündlich ab 12 Uhr gegenüber dem Robert-Schumann-Haus sowohl Fahrten mit der Postkutsche als auch mit einer historischen Kutsche. Karten sind im Robert-Schumann-Haus erhältlich. Die Fahrt kostet jeweils 8 Euro, ermäßigt 5 Euro.

Wer noch tiefer in einzelne Kapitel der Stadtgeschichte eintauchen möchte, kann an den angebotenen Stadtführungen teilnehmen. Ausgangspunkt ist jeweils das Robert-Schumann-Haus. Am Samstag beginnen die Führungen um 11.30 Uhr mit „Eine Zeitreise ins Mittelalter“, um 14 Uhr mit „Aufbruch in eine neue Zeit“ sowie um 16.30 Uhr mit „Wo einst Robert Schumann weilte“. Am Sonntag wird das Programm in veränderter Reihenfolge wiederholt: Um 11.30 Uhr beginnt „Wo einst Robert Schumann weilte“, um 14 Uhr „Aufbruch in eine neue Zeit“ und um 16.30 Uhr „Eine Zeitreise ins Mittelalter“.

Damit wird das Historische Markttreiben nicht nur zum Marktbesuch, sondern zu einer Entdeckungstour durch die Stadt – zum Zuschauen, Mitmachen, Mitfahren und Mitgehen.

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Am 12. und 13. September findet wieder das Historische Markttreiben statt.
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Im Domhof, auf dem Haupt- und dem Kornmarkt heißt es "Zwickau im Wandel der Zeit"
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